Open Minded – ist das nicht genau die gesellschaftliche Haltung, auf die Deutschland und Europa seit dem 2. Weltkrieg hingearbeitet haben, und die wir heute im 21. Jahrhundert als fast selbstverständlich ansehen? Genau diese Selbstverständlichkeit scheint sich momentan aufzulösen, man denke nur an – in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Brexit, Erdogan, Orban, Trump. Rückzug ins Nationale, Beschneidung von Grundrechten - das Gegenteil von Open Minded.

Die Ausstellung Open Minded, organisiert von den Sammlern des Art’Us Collector’s Collective e.V., möchte anhand von zeitgenössischen Positionen kritisch hinterfragen, wie Open Minded unsere Gesellschaft, unser Handeln, wir selbst (noch) sind. Die gezeigten Positionen beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Weise, oftmals subtil, manchmal auch laut, aber immer hintergründig, mit dem Thema „Gesellschaft“.

Open Minded ist die Ausstellung auch bezüglich der vertretenen Medien: Die gezeigten Positionen umfassen nahezu alle Medien der zeitgenössischen Kunst: Fotographie, Malerei, Objekt, Video und Zeichnung.

Open Minded ist ebenso selbstreflexiv: Ende letzten Jahres haben sich fünf Sammler getroffen und beschlossen, ihre Sammlungen gemeinsam in die Öffentlichkeit zu tragen, aus dem sich ergebenden Pool von Werken zeitgenössischer Kunst gemeinsam Ausstellungen zu unterstützen, zu organisieren, auszurichten. Was man bereits jetzt sagen kann: es ergeben sich neue Ein- und Ausblicke, die Sammlungen und einzelne Werke kommunizieren miteinander und reiben sich aneinander, es resultiert ein intensiver Gedankenaustausch unter den Sammlern – open minded eben